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Zusammenfassung: GETTING REAL von 37signals – Tips/Ideen/Trends

21. August 2006

Teil 2 der ZusammenfassungTeil 3 der Zusammenfassung

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Die Firma 37signals hat nebst toller Software (Basecamp, Campfire, Ruby on Rails, etc.) ein hervorragendes Buch mit wertvollen Tipps für Internet-Firmen geschrieben. Das Buch heisst „Getting Real“ und kann nur online gekauft werden.

Die Tipps und Ideen lassen sich auch für Firmen im allgemeinen Nutzen und sind nicht nur für den Bau einer Web Applikation relevant – obwohl der Untertitel des Buches auf das schlauere, schneller und einfachere Erstellen einer erfolgreichen Web-Applikation hinweist. Das Buch ist in englischer Sprache geschrieben. Ich werde im Folgenden eine in die Deutsche Sprache übersetzte Zusammenfassung erstellen und ein paar spannende Sequenzen daraus aufgreifen.
Ich werde dabei die originalen englischen Kapiteltitel und Stichworte verwenden, da diese sehr prägnant sind und sich einfach merken lassen. Oft reicht es auch nur diese Stichworte zu lesen, um die Ideen zu verstehen. Diese sind zudem sehr hilfreich, falls man sich gewisse Ideen wieder in Erinnerung rufen möchte. Die Zusammenfassung wird sich wahrscheinlich auf ca. drei Blogeinträge verteilen. Im Sinne des Buches habe ich mich kurz gefasst 😉

Introduction / Einführung
Was bedeutet eigentlich „Getting Real“? -> Weniger. Weniger von allem. Weniger Masse, weniger Software, weniger Funktionalitäten, weniger Papier und weniger von allem, was es nicht unbedingt braucht. Und vieles, was man für wichtig hält, ist es im Grunde genommen gar nicht. Getting Real bedeutet auch als Firma klein und beweglich zu bleiben. Getting Real stellt die Benutzeroberfläche und das Benutzerempfinden in den Vordergrund – das was der Kunde sieht. Ausführliche funktionale Spezifikationen können oft blenden und uns in falscher Sicherheit wären – reelle Webseiten wiederspiegeln hingegen die Wahrheit. Getting Real bedeutet auch Iterationen bewusst zu planen – releasen – anpassen – releasen – anpassen etc. Getting Real bedeutet Weg vom „we are doing this to cover our asses process“. Getting Real will uns helfen vieles zu entschlacken und somit einfacher, schneller und günstiger zu machen.

The Starting Line / Die Startlinie

  • UNDERDO YOUR COMPETITION – Mach weniger als dein Wettbewerb. Weniger Funktionalitäten, weniger Optionen und Einstellungen, weniger Personen, weniger unternehmerische Strukturen, weniger Sitzungen und vor allem weniger Versprechen.
  • WHAT’S YOUR PROBLEM – Wenn du ein Problem hast, dann haben tausende andere auch dasselbe Probleme – löse also deine eigenen Probleme, um Probleme anderer Leute zu lösen. Und wenn du deine eigenen Probleme löst, dann macht dir die Erstellung der Software auch Freude und die Freude an der Sache muss im Zentrum stehen.
  • FUND YOURSELF – Nimm nur fremdes Geld wenn du es brauchst. Nutze oder schaffe freie Kapazität, um deinen Ideen um zu setzen bevor du dich durch externe Stimmen einschränken lässt. Limitierte Ressourcen zwingen dich diese sinnvoll einzusetzen. Diese Engpässe födern auch die Innovation. Exit-Pläne werden viel schwieriger sobald Investoren involviert sind.
  • FIX TIME AND BUDGET, FLEX SCOPE – Fixiere die Zeitlinie und das Budget und sei flexibler beim Umfang. Du sollst nie mehr Geld und Zeit in ein Problem investieren, sondern sollst einfach den Umfang deiner Applikation reduzieren. Priorisierung heisst das Zauberwort.
  • HAVE AN ENEMY – Identifiziere den Feind deiner Applikation. Ein Feind hilft dir auch deine Positionierung genauer zu finden. Lass dich jedoch nicht all zu fest von der Konkurrenz (und dem Feind) ablenken und folge vor allem nicht dem Marktführer. Du musst Differenzieren und eine andere, besser Geschichte erzählen können.

Stay Lean / Schlank bleiben

  • LESS MASS – So schlanker deine Applikation, so schneller kannst du auf Veränderung reagieren. Je grösser ein Objekt, desto mehr Energie ist nötig um dieses zu bewegen.
    • Masse wird erhöht durch: Langzeit-Verträge, viele Mitarbeiter, permanente Entscheide, Meetings über Meetings, „dicke“ Prozesse, grosses Lager, Abhängigkeiten von Hardware/Software/Technologie, Proprietäre Datenformate, Langzeit-Roadmaps, Büropolitik, etc.
      Finde heraus, wo Masse verkleinert werden kann!
    • Masse wird verkleinert durch: Just-in-time Denken und Entscheidungen, Multi-task Mitarbeiter (können mehrere Rollen einnehmen), Einschränkungen als Chance nutzen, weniger Software/Code, weniger Funktionalitäten, kleinere Teams, Einfachheit, entschlackte Benutzeroberflächen, Open-source Produkte, offene Datenformate, offene Unternehmenskultur, etc.
      Durch weniger Masse lässt sich das Schiff leichter steuern!
  • LOWER YOUR COST OF CHANGE – Durch weniger Masse lassen sich die Kosten für Änderungen reduzieren.
  • THE THREE MUSKETEERS – Starte mit einem kleinen Team: 1 Entwickler, 1 Designer und 1 Universalist (kennte beide Welten). Man sieht bald ob eine Idee Flügel bekommt und hat dann eine klare und einfache Basis für einen Ausbau.
  • EMBRACE CONSTRAINTS – Nutze Hindernisse als Vorteile und arbeite mit dem was du hast.
  • BE YOURSELF – Immer persönlich und freundlich bleiben. Kleine Firmen sind immer näher beim Kunden.

Priorities / Prioritäten

  • WHAT’S THE BIG IDEA? – Für was steht deine Applikation/Idee? Was ist die Vision dahinter?
  • IGNORE DETAILS EARLY ON – Arbeite vom Grossen zum Kleinen und fokussiere dich auf das Wesentliche!
  • IT’S A PROBLEM WHEN IT’S A PROBLEM – Kümmere dich nicht um Probleme, die du gar noch nicht hast. Entscheidungen sollen dann gefällt werden, wenn man die nötigen Informationen dazu hat. Unterdessen sollte man sich um die Probleme kümmern, die jetzt gleich gelöst werden müssen.
  • HIRE THE RIGHT CUSTOMERS – Finde den Kernmarkt für deine Applikation. Wenn du eine Lösung für alle machen willst, befriedigst zu niemanden.
  • SCALE LATER – Das grosse Problem ist nicht das Skalieren, sondern zum Punkt zu gelangen, wo die Skalierung zum Problem wird!
  • MAKE OPINIATED SOFTWARE – Entweder ist jemand dabei oder eben nicht. Die Applikation muss nicht allen Leuten gefallen. Du sollst dich bewusst für die eine oder andere Richtung entscheiden.

Teil 2 der ZusammenfassungTeil 3 der Zusammenfassung

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4 Kommentare

  1. Danke für die Zusammenfassung, ich warte gespannt auf den Rest der Trilogie. Getting Real unterstreicht, was ich schon immer behauptet habe: "Alle guten Dinge sind einfach". Je einfacher, desto handlicher. 37signals hat gar eine neue Anwendung für Einstein’s E=mc2 Formel gefunden – ob jedoch der Einsatz von Open-Source-Produkte zur Entschlackung der Masse beiträgt wage ich zu bezweifeln. Besonders gefallen tut mir der Grundsatz, dass ein Produkt nicht allen gefallen muss.


  2. "Getting Real" zeigt wie "Real" es sein kann (muss). Fühle mich pers. bestätigt/aufgehoben beim lesen des Textes. Bravo.!.! Stehe zu 98% hinter den Aussagen der Autoren. Glaube auch, dass genau die Einfachheit den Erfolg ausmacht.wieso jemandem eine Auswahl geben wenn’s im Prinzip nichts zu wählen gibt? Nur um auch jedem Feedback gerecht zu werden?  Dies nur zum Thema "Properties".


  3. Hi Ivo,

    vielen Dank für Deine Zusammenfassung – sie war super interessant und hilfreich zugleich. Dachte ich doch immer, beim Verkauf von "Getting Real" handelt es sich lediglich um eine "schnelle Mark" (o. auch Euro, Pfund, Dollar ;-)".

    Aber jetzt wurde ich eines Besseren belehrt und merke, dass mir das Buch förmlich aus der Seele spricht 🙂 und habe es mir gleich mal gekauft.

    P.S. Getting Real gibt es jetzt auch als Paperback: http://www.lulu.com/content/383343

    Viele Grüße
    sectore

    http://www.websector.de/


  4. Die WOZ meint dazu: Bravo!



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