Archive for November 2010

h1

Laufen – Luzern Marathon 2010 – der Lauf

2. November 2010

So nun ist der „Spuck“ vorbei. Ich habe mich wiederum enorm auf den gestrigen Marathon gefreut und wiederum durfte ich wunderbare Eindrücke durchleben. Zuerst einmal wichtig: ich bin gesund durchgekommen. Zuerst, denn gestern Abend habe ich vom Todesfall eines 35-jährigen Halbmarathon-Läufers am Luzern Marathon gelesen – herzliches Beileid allen Angehörigen!

Abgesehen von dem Vorfall werde ich den Anlass erneut in bester Erinnerung behalten. Die Organisation war wieder einmal absolute Spitze und das Publikum eindrücklich (die Veranstalter gehen von ca. 50’000 Zuschauern aus). Vielen Dank den Veranstaltern und den vielen Helfern!

Nun zum eigentlichen Marathonlauf. Ich hatte vom Start weg ein sehr gutes Gefühl in den Beinen und bin die Strecke wie geplant mit einer Pace von ca. 04:40min/km eher langsam angegangen. Dieses Tempo habe ich dann auch lange gehalten. Das Ziel war ja unter 03:30:00 zu laufen und dies bedeutet eine Pace von 04:57min/km. Die 03:15:00 vom letzten Jahr hatte ich anhand der Trainingswerte definitiv abgeschrieben. Die 04:40 waren daher im Plan, da es ja noch Steigungen zu bewältigen galt, bei denen ich natürlich unter der „Normal“-Pace laufe.

Bis zum Halbmarathon war ich in sehr guter Verfassung und die Beine fühlten sich sehr locker an – insgesamt waren die ersten 21.1km ein wirklich tolles Erlebnis. Beim Verkehrshaus zu wenden und auf die zweite Runde zu gehen brauchte dann wiederum etwas verstärkte Selbstmotivation. Die Verlockung nun mit gutem Gefühl aufzuhören ist halt schon da, wenn viele der Läufer Richtung Ziel laufen. Meine Halbmarathonzeit war 1:38:52 (04:42) und ich war somit auf Zielkurs. Ich fühlte mich auch so gut, dass ich den zweiten Halbmarathon eigentlich noch schneller laufen wollte.

Nach ca. 26km hatte ich jedoch dann ein Ziehen in den Waden gespürt, das immer stärker zunahm. Ich wusste nun (anhand den Erfahrungen mit den Wadenkrämpfen vom letzten Jahr), dass ich nun entweder das Tempo aufrecht erhalte und dann Wadenkrämpfe bekomme und somit eventuell nicht ins Ziel laufe oder dass ich das Tempo drossle, eine langsamere Zeit in Kauf nehme, jedoch dafür den Marathon mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Ende laufen kann. Ich habe mich dann für die 2. Option entschieden, da ich ja auf die 03:30:00 Zielzeit einen Vorsprung hatte und nicht noch mehr riskieren wollte. Somit bin ich dann mit einer Pace von ca. 05:00min/km weitergelaufen und blieb somit immer knapp unter den Krampferscheinungen. Vom Gefühl (Herz/Lunge) her wäre ein deutlich höheres Tempo drin gelegen. Dies zeigte sich auch an den relativ niedrigen Pulswerten (letztes Jahr war der Durchschnittspuls bei 155 und diesmal bei „nur“ 150, obwohl im Training die Pulswerte eher immer höher waren im Vergleich zum Vorjahr). Die nur drei >35km Long-Jogs (nebst einigen 20-25km) waren dann wohl jedoch doch etwas zu wenig und vielleicht sollte ich nächstes Mal auch etwas mit Magnesium-Tabletten vorbeugen.

Dieses Tempo lief ich dann bis zum Ende durch. Und somit konnte ich die letzten paar Hundertmeter so richtig geniessen (kein Vergleich zum letzten Jahr). Der Zieleinlauf war der absolute Hammer und im Ziel hatte ich auch Freudetränen in den Augen – ein Gefühl das man nicht beschreiben kann!! Ach, fast hätte ich’s vergessen: die Zielzeit war 03:25:14 (Vorjahr 03:15:08) – ich bin zufrieden!!

Und hier noch die Kurz-Zusammenfassung des Trainings:

  • 15 Wochen
  • 58 Trainingsläufe
  • 850km
  • ca. 80h Laufen
  • ca. 48’000 kcal

Vielleicht bis nächstes Jahr…

Advertisements