Archive for Februar 2010

h1

Erholung und die Hindernisse der Musse

13. Februar 2010

In der Zeit Online hat der Autor Ulrich Schnabel ein interessanter Artikel zum Nachdenken geschrieben „Die Wiederentdeckung der Musse„. Nachfolgend eine kurze (leider waren dann 140 Zeichen doch zuwenig, sonst hätte ich diesen kurzen Artikel nämlich gerne getwittert ;-)) Zusammenfassung der identifizierten Hindernisse der Musse – ergänzt mit ein paar Gedanken dazu:

  1. Das Gefühl des ständigen Gehetztseins ist kein persönliches, sondern ein kollektives Problem (wer von lauter gehetzten Menschen umgeben ist, kann sich selbst davon nicht plötzlich ausnehmen).
    Es braucht ein gutes Selbstvertrauen hier seinen eigenen Weg zu gehen.  Die unterschiedlichen Arbeitsstile verleiten oft dazu von überall her dem Maximum nach zu eifern.
  2. Musse ist keine funktionelle Methode, um die Schaffenskraft wiederherzustellen
    Viele scheinbar erholende Freizeitaktivitäten (Fitness, Wellness, Sport) sollen heute dazu dienen noch schneller, besser, gesünder, etc. zu werden. Ziel: noch Leistungsfähiger zu werden – warum machst DU Sport?
  3. Mit dem permanenten Erwartungsdruck verstellen wir uns selbst den Weg zum Genuss der freien Zeit
    Kommt mir doch sehr bekannt vor – alles muss doch irgendetwas „bringen“!?
  4. Das Glücksversprechen der schier unendlichen Vervielfältigung der Möglichkeiten strengt uns an
    Ja genau, immer der Stress mit der grossen Auswahl. Das Angebot und die Varianten sind unzählig und es kann einem auch Mal etwas „sturm“ im Kopf werden – trotz der Möglichkeit zu wählen wird die Wahl zur Qual… Da braucht es auch Mut zu entscheiden (egal ob es noch was besseres gäbe)!

Übrigens ein interessanter Blog-Artikel dazu: Wu Wei – Lebenskunst des Tao. Und noch das: Laufen tut gut 😉

Advertisements
h1

Agentur als Hybrid aus IT- und Entertainment-Unternehmen

11. Februar 2010

In der 06/09 Ausgabe des Weave-Magazins ist eine Reporatage über die Agentur AKQA.
Erstmal ein paar Fakten zu der Agentur:

  • Mitarbeiter: 750+
  • Offices: San Francisco, Washington DC, New York, London, Amsterdam, Shanghai
  • Schwerpunkt: Interactive Experiences, Content Creation
  • Kundenauszug: Coca-Cola, McDonalds, Nike, Ferrari, Smirnoff, Heineken, Visa, ESPN
  • Inspirierende Arbeitsbeispiele:
    • Nike Photo-ID wo man den Turnschuh mithilfe eigener Handyaufnahmen farblich individuell gestalten kann
    • Das Cannes-prämierte eco:Drive Tool mit dessen Hilfe Fiat-Kunden ihr Fahrverhalten am PC auswerten können und Tipps zum benzinsparenden und umweltschonenden Fahren bekommen (die erste Verbindung zwischen Auto und PC mittels USB-Stick)
    • Eine Augmented-Reality-Anwendung Priority-Mail-Service mit der sich per Webcam die passende Paketgrösse und damit das Porto bestimmen lässt

Ajaz Ahmed ist Mitgründer von AKQA und macht ein paar spannende Aussagen zum Thema Werbung und Unterhaltung:

  • AKQA steht heute vor allem für interaktiven Content, bei dem die Grenzen zwischen Werbung und Unterhaltung verschwimmen: Branded Entertainment für die neuen, nicht linearen Kanäle des digitalen Zeitalters
  • Die Marken sind nicht mehr abhängig von TV-Sendern, Radiostationen und Verlagen. Sie haben ihre eigenen Kanäle im Internet, und diese lösen die klassischen Medien allmählich ab. Für Ajaz wird die Agentur der Zukunft deshalb ein Hybrid aus IT- und Entertainment-Unternehmen sein.
  • AKQA hält ständig Ausschau nach neuen Entwicklungen und Trends (immer ein Schritt weiter als die Konkurrenz)
  • Ajaz kritisiert, dass viele in der Werbewirtschaft zu konservativ sind: Sie widersetzen sich zäh dem technologischen Wandel und produzieren stattdessen vorhersehbare Klischees. Die IT-Industrie sei da anders: Sie ist sehr innovativ! Deshalb investiert Ajaz auch ausserordentlich in neue Technologien (neue Abteilungen, entsprechende Wettbewerbe/Awards).
  • Der Einsatz neuer Technologien ist bei AKQA kein Selbstzweck, sondern folgt immer den jeweiligen Ideen. Deshalb ist es der Agentur auch sehr wichtig, dass die Kreativ-Teams stets über die neusten IT-Entwicklungen auf dem Laufenden sind, weswegen die Programmierer von AKQA auch immer an sämtlichen Brainstorming-Sessions teilnehmen.
  • Zum Thema „Wo geht die Reise hin?“ zitiert Ajaz einen ehemaligen Mitarbeiter: Der einzige Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu formen.

KEY POINTS (und Wert in meine eigenen Visionen einzubauen):

  • Marken haben ihre eigenen Kanäle im Internet, und diese lösen die klassischen Medien allmählich ab
  • Die Agentur der Zukunft ist ein Hybrid aus IT- und Entertainment-Unternehmen
  • Ständig Ausschau nach neuen Entwicklungen und Trends halten
  • Die IT-Industrie ist sehr innovativ
  • Kreativ-Teams müssen über die neusten IT-Entwicklungen auf dem Laufenden sein
  • Programmierer nehmen immer an sämtlichen Brainstorming-Sessions teil
  • Der einzige Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu formen