Das wars betreffend Blogserie Luzern Marathon 2009 – ich hoffe ich konnte einigen Lesern aufzeigen, was so alles abgeht während einer Vorbereitung auf einen Marathon – und nach wie vor gilt: hinterlass doch eine kurze Nachricht, wer du bist und ob du mit den Blogartikeln etwas anfangen konntest… würde mich ganz einfach interessieren
Am Morgen bin ich um 05:15 aufgestanden und habe dann einen Teller Spaghetti und Brot gegessen. Das hat einiges an Überwindung gekostet. Danach ging es unter die Dusche und ans finale Packen. Nach kurzem Relaxen sind wir dann 07:00 in Richtung Luzern losgefahren.
Irgendwie kann ich mich nie richtig fürs Einlaufen motivieren. Die Nervosität ist wahrscheinlich etwas zu gross und die Vorstellung, dass es sowieso warm wird dominiert
Um 09:02 ging es los. Top vorbereitet und mit leichten Handicaps: etwas Kopfschmerzen (Aufregung/Anspannung?) und dem schon bekannten leicht schmerzenden rechten Fussballen. Den Fussballen habe ich wie üblich nach ein paar Kilometern nicht mehr gespürt. Die Kopfschmerzen haben leider bis zum Halbmarathon angehalten.
Wie geplant bin ich mit dem Ziel losgelaufen am Anfang eine Pace zwischen 04:20 und 04:35 zu halten und dann gegebenenfalls anzupassen. Die Durchlaufzeiten (km 1, 2, 5, 10 und 15) waren sehr gut und die Halbmarathonzeit war mit 01:34:01 fast 3.5 Minuten zu schnell gegenüber der Vorgabe für eine Zielzeit von 03:15. Mit einem guten Gefühl ging es auf die 2. Runde und weiter bis km 30. Da fing es langsam an zu hapern und ich hatte Mühe die etwas zu schnelle Pace einzuhalten. Jedoch konnte ich die Pace für eine 03:15 Zielzeit immer noch halten (04:37/km).
Bei km 35 (bis dahin habe ich einen Energieriegel und zwei Gels verdrückt) bekam ich dann jedoch Krämpfe in den beiden Waden. Ich musste einige Male anhalten um zu dehnen (ca. 4x) und bekam dann dummerweise auch noch den Krampf in den Oberschenkeln. Bei den Versorgungsstationen habe ich jetzt zudem kurz angehalten. Ich fing an zu zweifeln, ob ich es überhaupt noch ins Ziel schaffe… So toll unterwegs und dann dies – ich weiss nicht, ob ich eventuell zu wenig getrunken habe(?). Mit Müh und Not konnte ich eine Pace von 05:00/km halten. Schneller ging nicht, da ich sofort immer wieder Krämpfe bekam und ich zum Dehnen anhalten musste.
Der Enddurchschnittspuls von (nur) 154 zeigt, dass vom Herz/Kreislauf her die Pace locker haltbar gewesen wäre.
Ca. 2km vor dem Ziel hat mich der Zielzeit-03:15-Pacemaker überholt und mir gesagt ich solle mich ihm anschliessen. Dies klappte bis zum letzten Getränkestand, wo ich jedoch nochmals zugreifen musste und daher verlor ich den Anschluss. Beschleunigen lag ja nicht mehr drin. Der letzte Kilometer war ein echter Kampf und die Beine taten mir wegen den Krämpfen ziemlich weh. Doch ich habs doch noch ins Ziel geschafft. Angefeuert und „getragen“ von sehr vielen Leuten gings durchs Verkehrshaus und auf dem roten Teppich Richtung Ziel. Eine absolut geniale Kulisse für einen Zieleinlauf! Da ich bis km 35 deutlich vor der Zeitvorgabe lief hat es dann doch noch auf ein für mich absolutes Spitzenresultat von 03:15:08 gereicht!!!
Nach dem Ziel lief ich wie auf Eiern und die Beine taten schon sehr weh – ich wusste kaum wie ich mich bewegen soll, damit es nicht allzu stark schmerzt. Ich schwor mir in diesem Moment nie wieder einen Marathon zu laufen… Gleichzeitig war ich aber auch megastolz auf die für mich tolle Leistung. Die 12-wöchige Trainingsvorbereitung hat sich absolut gelohnt.
Jedoch bin ich froh, dass ich
- nicht mehr Morgens sehr früh aufstehen „muss“ zum Trainieren
- nicht mehr am Abend spät trainieren „muss“
- wieder mehr mit Kollegen Mittagessen kann, anstatt zu laufen
- wieder vermehrt mit Kumpels laufen gehen kann
- keine Sonntagmorgenlange Läufe mehr machen „muss“
- nicht mehr so stark auf die Ernährung schauen „muss“ (und vor allem nicht mehr abnehmen „muss“)
- nicht mehr kiloweise Teigwaren verschlingen „muss“
Hier ein paar Zahlen zur 12-wöchigen Vorbereitung – Achtung dieses Trainingsprogramm ist nix für unerfahrene Läufer, d.h. um dieses Programm durchzuführen solltest du schon vor den 12 Wochen regelmässig laufen (und zwar ziemlich intensiv, damit 03:15 überhaupt realistisch sind – ich bin in diesem Jahr beispielsweise vor dem Programm schon ca. 1′000km gelaufen):
- 4′873 Minuten Laufzeit (~ 80h) -> Durchschnitt pro Woche 406 Minuten (~ 7h) -> Durchschnitt pro Tag 58 Minuten
- 898 km -> Durchschnitt pro Woche 75 km -> Durchschnitt pro Tag 10.7 km
- ca. 50′000 kcal -> Durchschnitt pro Woche 4′200 kcal -> Durchschnitt pro Tag 600 kcal
- ca. 5 kg weniger auf den Rippen (am Anfang des Programms war es eine bewusste Reduktion)
- Ein blauer Zehen und ein Zehennagel weniger
- Ein unvergessliches Erlebnis und Zufriedenheit!
3. Luzern Marathon vom 25.10.2009:
03:15:08, 42.125km, 04:37/km, -2′555 kcal, Rang 264 von 1730 klassierten Läufern
Was in dieser Blogserie Luzern Marathon 2009 sonst noch so alles geschah:
Training abgeschlossen – Morgen geht es los! / Trainingswoche 12 – noch 3 Tage /Trainingswoche 12 – noch 4 Tage / Trainingswoche 12: Noch 5 Tage – Zielzeit und Gel-Einnahme / Trainingswoche 11: Zusammenfassung / Trainingswoche 10: Zusammenfassung / Trainingswoche 9: Zusammenfassung / Trainingswoche 8: Zusammenfassung, Zielgewicht und Test mit Gel / Testwettkampf Halbmarathon Greifenseelauf und Zusammenfassung Trainingswoche 7 / Trainingswoche 7: Training 30-32 Tapering vor Halbmarathon / Trainingswoche 6: Zusammenfassung und Laufgedanken / Trainingswoche 6: Training 25-27 / Trainingswoche 5: Zusammenfassung / Trainingswoche 4: Jogging, Long-Jog und Zusammenfasung / Trainingswoche 4: Training 18 (flotter Dauerlauf) / Trainingswoche 4: Training 17 (normaler Dauerlauf) / Trainingswoche 4: Start / Trainingswoche 3: 10 Meilen Laufen und Zusammenfassung / Trainingswoche 3: letztes Training vor den 10 Meilen Laufen / Trainingswoche 3: Training 12 (normaler Dauerlauf) / Trainingswoche 3: Vorbereitung für die 10 Meilen Laufen / Trainingswoche 2: Zusammenfassung / Trainingswoche 2: Training 7 und 8 (Joggen & Tempolauf) / Trainingswoche 2: Start mit Intervalltraining / Trainingswoche 1: Zusammenfassung / Trainingswoche 1: Training 3 (Tempolauf) / Der Trainingsplan / Die Vorgeschichte


